CerMark verwenden: Schritt für Schritt
Ein CO₂-Laser kann blankes Metall nicht von sich aus markieren: Das Metall reflektiert den Strahl, statt ihn aufzunehmen. CerMark löst das. Es ist eine Sprühbeschichtung aus feinen Keramik- und Glaspartikeln, die die Laserenergie aufnimmt und dort mit der Oberfläche verschmilzt, wo der Strahl auftrifft. Alles, was der Strahl nicht trifft, spülen Sie anschließend mit Wasser ab. Zurück bleibt eine schwarze oder dunkelgraue Markierung.
Derselbe Prozess funktioniert auf Glas, Keramik, Naturstein und Schiefer, mit der CerMark-Variante für das jeweilige Material. Dieser Artikel führt Sie in sechs Schritten durch den ganzen Ablauf, vom fettigen Werkstück bis zur fertigen Markierung, und erklärt bei jedem Schritt den Grund dafür.
CerMark markiert: Es bringt eine Schicht auf die Oberfläche auf und trägt nichts ab. Beim Gravieren wird Material abgetragen. Die meisten suchen nach „Metall gravieren mit CO₂-Laser“. CO₂-Laser für die Werkstatt, BRM-Maschinen eingeschlossen, können kein Metall gravieren. Es gibt CO₂-Systeme, die das können, aber das sind Industrieanlagen in einem ganz anderen Marktsegment. Auf einem Werkstattlaser bringen Sie eine Markierung auf Metall mit CerMark auf.
Der ganze Ablauf im Video
Abschnitt betitelt „Der ganze Ablauf im Video“
Welches CerMark für welches Material
Abschnitt betitelt „Welches CerMark für welches Material“Alle werden so aufgetragen, wie dieser Artikel es beschreibt. Sie unterscheiden sich im Material, auf dem sie haften.
| Spray | Verwenden auf |
|---|---|
| CerMark LMM-6000 | Härtere Metalle: Edelstahl, Stahl, Titan, Messing, Kupfer, beschichtete Metalle. Ergibt die dunkelste Markierung auf Edelstahl. |
| TherMark LMM-14 | Weichere Metalle: Aluminium, verchromter Edelstahl, versilbertes Messing, vergoldeter verzinkter Stahl |
| CerMark LMC-6044P | Glas, Keramik, Porzellan, dekoratives Geschirr |
| CerMark Ultra | Die neueste, universelle Variante: Metalle sowie Glas, Fliesen, Keramik und Schiefer. Sie kann, was die drei oben können, aber auf einem bestimmten Material kann die Markierung weniger schwarz ausfallen als mit der Variante für dieses Material. |
Auf Glas und Keramik ist ein Spray optional: Der Laser markiert sie auch ohne, das Ergebnis ist dann aber ein mattes, weißes Satinieren. Auf Metall ist es Pflicht. Siehe Warum ein Laserspray verwenden.
Was Sie brauchen
Abschnitt betitelt „Was Sie brauchen“- Das CerMark-Spray für Ihr Material
- Alkohol (Isopropanol oder Brennspiritus) und ein fusselfreies Tuch, um das Werkstück zu entfetten
- Atemschutz: eine Halbmaske mit 3M 60921-Filtern (organische Dämpfe plus P100-Partikelfilter) oder einem gleichwertigen kombinierten Gas- und Partikelfilter
- Einen gut belüfteten Ort zum Sprühen
- Optional: einen Föhn oder einen Ofen, um die Beschichtung schneller zu trocknen
- Lauwarmes Wasser und einen weichen Schwamm oder ein Tuch zum Abspülen
Schritt 1: Material vorbereiten
Abschnitt betitelt „Schritt 1: Material vorbereiten“Die Oberfläche muss fett- und staubfrei sein. Wischen Sie sie mit Alkohol ab und lassen Sie ihn verdunsten. Der Hersteller nennt außerdem Reinigungsmittelrückstände und Lack als Dinge, die das Haften der Beschichtung verhindern. Hat das Werkstück einen Klarlack oder eine Schutzfolie, entfernen Sie diese zuerst.
Berühren Sie die zu markierende Stelle nicht mehr, sobald sie sauber ist. Ein Fingerabdruck ist genug Fett für eine Lücke in der Markierung.
Die meisten misslungenen Markierungen beginnen hier. Eine ungleichmäßige Schicht oder leicht abweichende Einstellungen ergeben immer noch eine brauchbare Markierung; auf einer nicht sauberen Oberfläche kann die Beschichtung nicht haften, und nach dem Abspülen bleibt nichts zurück. Wenn Sie nicht sicher sind, ob das Werkstück sauber genug ist, reinigen Sie es noch einmal.
Schritt 2: CerMark vorbereiten
Abschnitt betitelt „Schritt 2: CerMark vorbereiten“Schütteln Sie die Dose einige Minuten kräftig, bis Sie die Mischkugel klappern hören. Schütteln Sie danach noch mindestens eine Minute weiter.
Die Beschichtungspartikel setzen sich am Boden ab, wenn die Dose steht. Sind sie nicht vollständig wieder verteilt, kommen Beschichtung und Lösungsmittel ungemischt heraus: Die Schicht wird ungleichmäßig, und die Feststoffe können die Düse verstopfen.
Schritt 3: Beschichtung auftragen
Abschnitt betitelt „Schritt 3: Beschichtung auftragen“Sprühen Sie in einem gut belüfteten Raum und tragen Sie den Atemschutz, solange Sie mit CerMark arbeiten. Das Sicherheitsdatenblatt Ihres Sprays laden Sie unter CerMark-Sicherheitsdatenblätter herunter.
Tragen Sie eine dünne, gleichmäßige Schicht in ein oder zwei Durchgängen auf:
- Halten Sie die Dose etwa 25 cm von der Oberfläche entfernt.
- Beginnen Sie neben dem Werkstück zu sprühen, nicht darauf.
- Bewegen Sie die Dose mit gleichmäßiger Geschwindigkeit über das Werkstück und sprühen Sie über den gegenüberliegenden Rand hinaus, bevor Sie aufhören.
- Scheint die blanke Oberfläche noch durch, sprühen Sie einen zweiten Durchgang. Ein oder zwei Durchgänge reichen fast immer.
Neben dem Werkstück anzufangen und aufzuhören hält die Schicht gleichmäßig: Im ersten Moment kommt das Spray ungleichmäßig heraus, und eine Hand, die am Rand langsamer wird, hinterlässt dort einen dickeren Streifen. Der Hersteller nennt für LMM-6000 eine Schichtdicke von 20 bis 25 µm, etwa die Dicke einer dünnen Lackschicht.
Eine dickere Schicht ergibt keine dunklere Markierung. Sie trocknet langsamer und braucht viel mehr Laserleistung, um bis zur Oberfläche durchzuschmelzen. Eine Markierung, die auf einer dünnen Schicht gelungen wäre, fällt dann schwach aus oder spült sich ab.
Schritt 4: Trocknen lassen
Abschnitt betitelt „Schritt 4: Trocknen lassen“Achten Sie darauf, dass die Beschichtung vollständig trocken ist, bevor Sie markieren. Eine dünne, gleichmäßige Schicht trocknet in wenigen Minuten; der Hersteller nennt 3 bis 5 Minuten für LMM-6000. Nach 10 Minuten ist sie praktisch immer trocken.
Sie sehen, wann sie bereit ist. Die Beschichtung durchläuft drei Stufen:
- Nass: glänzend, sie sieht aus wie frische Farbe.
- Trocken, aber dunkel: Der Glanz ist weg, die Farbe aber noch kräftig.
- Hellgrau: Die Beschichtung ist hell und matt geworden. Erst jetzt ist sie bereit zum Markieren.
Wenn es schnell gehen muss, trocknet ein Föhn die Schicht in Sekunden, oder Sie stellen das beschichtete Werkstück bei niedriger Temperatur in einen Ofen.
Eine getrocknete Beschichtung verfällt nicht, Sie können Werkstücke also im Voraus beschichten. Einige unserer Kunden beschichten eine Serie Wochen vorher und lagern sie in einem Regal, bis sie auf die Maschine kommt, mit guten Ergebnissen. Voraussetzung ist, dass in der Zwischenzeit nichts die beschichtete Stelle berührt oder zerkratzt: Wo die Schicht beschädigt ist, hat die Markierung eine Lücke.
LMM-6000 trocknet zu einer harten Schicht, die Sie anfassen und stapeln können. LMC-6044P und LMM-14 trocknen zu einem Pulver, das schon bei einer Berührung beschädigt wird. Lagern Sie damit beschichtete Werkstücke so, dass nichts auf der beschichteten Seite aufliegt.
Schritt 5: Markieren
Abschnitt betitelt „Schritt 5: Markieren“Die Beschichtung verschmilzt nur, wenn sie genug Energie pro Quadratmillimeter bekommt. Damit ist CerMark ein Prozess mit hoher Leistung: Rechnen Sie mit deutlich mehr Leistung oder deutlich weniger Geschwindigkeit als beim Gravieren von Holz.
Die Einstellungen hängen vom Laser, der Linse, dem Material darunter und der Schichtdicke ab. Testen Sie deshalb zuerst:
- Markieren Sie ein kleines Raster aus Quadraten auf einem Reststück oder auf der Rückseite des Werkstücks, jedes mit einer anderen Geschwindigkeit bei derselben hohen Leistung.
- Spülen Sie den Test ab (Schritt 6) und wählen Sie das Quadrat mit der dunkelsten, gleichmäßigsten Markierung.
- Verwenden Sie diese Geschwindigkeit für den Auftrag.
Regeln, die für jede Maschine gelten:
- Dickere Schicht, mehr Leistung. Eine dünne Schicht braucht weniger Leistung für dasselbe Ergebnis, ein weiterer Grund, dünn zu sprühen.
- Fokussieren Sie auf die Oberfläche des Werkstücks. Je kleiner der Fokuspunkt, desto höher die Energiedichte. Siehe Den echten Fokus mit einem Rampentest finden.
- Verwenden Sie ein feines Intervall, den Abstand zwischen den Gravurlinien, von etwa 0,06 mm. Lücken zwischen den Linien zeigen sich als Streifen in der Markierung.
- Glas braucht weniger Leistung als Metall. Zu viel Hitze kann eine Glasoberfläche reißen oder absplittern lassen. Beginnen Sie niedrig und steigern Sie sich.
So lesen Sie einen Test nach dem Abspülen:
| Was Sie sehen | Ursache | Was Sie ändern |
|---|---|---|
| Nach dem Abspülen bleibt nichts zurück | Oberfläche nicht sauber, die Beschichtung konnte nicht haften | Erneut entfetten, siehe Schritt 1 |
| Die Markierung spült sich teilweise ab oder ist blass | Zu wenig Energie | Langsamer oder mehr Leistung |
| Fleckige Markierung | Ungleichmäßige Schicht, oder die Dose wurde nicht genug geschüttelt | Länger schütteln, dünner und gleichmäßiger sprühen |
| Linien in der Markierung sichtbar | Intervall zu groß | Intervall verkleinern |
| Graue oder braune statt schwarzer Markierung | Zu viel Energie, die Beschichtung verbrennt, statt zu verschmelzen | Schneller oder weniger Leistung |
| Lücken, wo das Werkstück berührt wurde | Fett auf der Oberfläche | Erneut entfetten und die Stelle nicht berühren |
Markieren erzeugt Rauch, wie jeder Laserauftrag. Lassen Sie die Absaugung laufen: Laserdämpfe, und warum eine Absaugung nicht optional ist.
Schritt 6: Rückstände abspülen
Abschnitt betitelt „Schritt 6: Rückstände abspülen“Spülen Sie nach dem Markieren die nicht verschmolzene Beschichtung mit lauwarmem Wasser ab und wischen Sie mit einem weichen Schwamm oder Tuch nach. Nur die verschmolzene Markierung bleibt zurück. Laut Hersteller dürfen die Rückstände mit dem Spülwasser in den Abfluss.
Wie lange hält die Markierung?
Abschnitt betitelt „Wie lange hält die Markierung?“Die Markierung ist mit der Oberfläche verschmolzen, sie wäscht oder reibt sich bei normalem Gebrauch also nicht ab. Sie nutzt sich aber über die Jahre langsam ab, zusammen mit der Oberfläche, auf der sie sitzt, und gibt dabei feine Partikel ab.
- Unsere Erfahrung: Nach 10 Jahren ist eine Markierung noch auf dem Werkstück und noch lesbar, solange die Schrift nicht zu klein ist. Wir erwarten eine Lesbarkeitsdauer von etwa 10 bis 20 Jahren und nennen die Markierung deshalb semipermanent.
- Der Hersteller nennt die Markierung dauerhaft und beständig gegen Säuren, Laugen, Lösungsmittel, Hitze, Kälte, Salzsprühnebel und Witterung.
Zwei Dinge verkürzen die Lesbarkeitsdauer: Abrieb, etwa bei einem Werkzeug, das viel angefasst oder gereinigt wird, und kleine Schrift, bei der schon wenig Abnutzung die Zeichen unlesbar macht. Muss eine Markierung länger oder in sehr kleiner Schrift lesbar bleiben, ist CerMark nicht das richtige Verfahren.
Weil die Markierung bei Abnutzung Partikel abgibt, ist CerMark ungeeignet für Medizinprodukte und Instrumente sowie für jede Oberfläche, die mit Lebensmitteln oder Getränken in Kontakt kommt: die Innenseite oder der Rand eines Glases oder Bechers, die Oberseite eines Tellers, Besteck, Schneidebretter, Geräte zur Lebensmittelverarbeitung.
Dekoratives Glas und Keramik sind möglich, solange die Markierung dort sitzt, wo nie Lebensmittel oder Getränke hinkommen, und der Gegenstand nicht in die Spülmaschine kommt, wo gelöste Partikel auf andere Oberflächen gelangen können. Eine außen markierte Weinflasche, ein Blumentopf aus Glas oder Keramik und dekoratives Geschirr sind alle geeignet.
Die Dose lagern
Abschnitt betitelt „Die Dose lagern“Wenn Sie fertig sind, drehen Sie die Dose auf den Kopf und sprühen Sie, bis nur noch Treibgas herauskommt. Das befreit die Düse von Beschichtung, sodass diese nicht darin eintrocknet und die Dose verstopft.
Lagern Sie die Dose liegend auf der Seite, an einem trockenen, dunklen Ort zwischen 5 °C und 35 °C. Stehend setzen sich die Feststoffe zu einem Klumpen am Boden ab, der sich schwer losschütteln lässt; auf der Seite verteilen sie sich und mischen sich leichter wieder.
CerMark ist nach dem Öffnen begrenzt haltbar. Kaufen Sie die Menge, die Sie verbrauchen.
Auf einer BRM-Maschine
Abschnitt betitelt „Auf einer BRM-Maschine“Ein BRM-CO₂-Laser markiert mit CerMark wie jeder andere CO₂-Laser, mit einer Regel, an der wir strikt festhalten: Markieren Sie Metall nie ohne Laserspray. Der Strahl erhitzt das Metall, bis es schmilzt, und das geschmolzene Metall reflektiert den Strahl über den Strahlengang zurück zur Laserquelle. So entstandene Schäden fallen nicht unter die Garantie.
Das Metall einzufärben verhindert das nicht. Farbe oder Marker verbrennen unter dem Strahl, das Metall darunter schmilzt, und die Schmelze reflektiert den Strahl genauso. Verwenden Sie ein Lasermarkierungsspray, das dafür gemacht ist, den Strahl aufzunehmen und auf der Oberfläche zu haften.
Startparameter:
- Edelstahl mit CerMark auf einer 100-W-Maschine: 85 % Leistung, 500 mm/s, Intervall 0,06 mm. Aus den Richtwerten Gravieren, 100 W CO₂. Für andere Materialien und Leistungsklassen sehen Sie in der BRM-Materialbibliothek für LightBurn nach.
- Betrachten Sie das als Ausgangspunkt und fahren Sie das Testraster aus Schritt 5. Jede Laserquelle ist anders, und eine dickere oder dünnere Schicht verschiebt das Ergebnis. Die allgemeine Methode, ein Material einzustellen, finden Sie unter Wie finde ich die richtigen Parameter für mein Material?
- Gravieren Sie mit der 50,8-mm-Linse: Sie ergibt den kleinsten Fokuspunkt und damit die höchste Energiedichte.
Auf einem BRM 90130-X oder BRM Budget 90130-X Metalllaser markieren Sie CerMark im Acrylmodus, mit der Linse, die Sie für Holz und Acryl verwenden. Der Metallmodus regelt die Fokushöhe automatisch nach und ist nicht zum Markieren gedacht. Siehe Welche Metalle können Sie mit der BRM 90130-X schneiden?
Wir liefern alle vier Sprays aus der Tabelle oben. Für das richtige Spray für Ihren Auftrag oder Hilfe, wenn ein Test nicht gelingt, erstellen Sie ein Ticket.

